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  • von Peter Refke

  • Verpaarung von Chromatopelma cyanopubescens

    Ich halte schon seit dem Jahr 2000 Vogelspinnen und habe auch schon mehrmals Vogelspinnenarten erfolgreich verpaart. Vor etwa anderthalb Jahren legte ich mir zum ersten Mal eine Chromatopelma cyaneopubescens zu. Da es sich laut Verkäufer um ein Weibchen handeln sollte, dachte ich, dass ich nur noch das passende Männchen bräuchte. Doch am nächsten Tag musste ich feststellen, dass sich das gute Tier gehäutet hatte und plötzlich Bulben und Schienbeinhaken zum Vorschein kamen. Also musste doch schleunigst ein Weibchen her: Glücklicherweise konnte ich auf einer Börse auch eins erstehen.

    Nun aber zum wichtigen Teil: Die Verpaarung dieser farbenfrohen Vogelspinne. Ich setzte das Männchen, nachdem es ein Spermanetz gebaut hatte, zu seiner zukünftigen Braut.

    Das Weibchen hatte ich zuvor ordentlich gefüttert. Leider passierte erstmal gar nichts: Weder das Männchen noch das Weibchen zeigten irgendeine Reaktion. Nach einer halben Stunde nahm ich das Männchen mit Hilfe einer Heimchendose aus dem Terrarium und beendete den Hochzeitsversuch fürs Erste.

    Am nächsten Tag ein neuer Versuch. Diesmal schien es besser zu laufen: Das Männchen näherte sich dem Weibchen und fing an zu trommeln. Das Weibchen erwiderte nun das Trommeln und ließ das Männchen nah an sich heran, so dass ich dachte, „jetzt klappt es endlich!". Leider überlegte es sich die Dame noch einmal und versuchte plötzlich, das Männchen zu beißen. Blitzschnell entfernte sich der Bock, um sich in Sicherheit zu bringen. Aber es blieb dabei... das Weibchen wollte mit aller Gewalt ihren Bräutigam verspeisen.

    Nach etwa 20-minütiger Hetzjagd durchs Terrarium gab das Weibchen auf und zog sich zurück. Nun wollte ich das Männchen schnell in Sicherheit bringen, da klingelte plötzlich mein Telefon. So blieb das Männchen weiter im Terrarium - ein tödlicher Fehler! Denn ein paar Minuten später machte ich eine grausige Entdeckung: Das Weibchen war schon dabei, das Männchen zu verspeisen... „Na super", dachte ich, „das hat wohl alles nicht geklappt".

    Etwa fünf Wochen später beobachtete ich dann erstaunt, wie das Weibchen einen recht großen Kokon mit sich herumschleppte. Es hatte also anscheinend doch geklappt. Es kann offenbar nur passiert sein, während ich telefonierte. Natürlich war ich sehr erfreut über diese angenehme Überraschung. Ich geduldete mich weitere sechs Wochen, um nachzusehen, ob es Jungspinnen im Kokon gab. Zu meiner Überraschung waren die Spiderlinge aber schon geschlüpft und krabbelten munter im Terrarium umher.

    Zuerst entfernte ich daraufhin das Muttertier. Die fand es natürlich nicht so gut, dass ich ihr die Jungspinnen wegnehmen wollte... und es war auch recht mühsam, die 110 kleinen Krabbler einzufangen. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich alle in separate Aufzuchtdosen gesetzt hatte. Ich kann jedem nur empfehlen, es selbst einmal zu versuchen, diese schöne Vogelspinne zu züchten. Tipp: Man sollte bei der Verpaarung wirklich dabei bleiben und sich mit einer Heimchendose und einer langen Pinzette bewaffnen, um das Männchen ggf. zu retten. Offenbar verhalten sich die Weibchen dieser Art den Böcken gegenüber doch besonders aggressiv.